Horror ist anders

2 10 2010

Eerie Indiana – sagt euch der Name etwas? Hinter dem Titel verbirgt sich eine Kinderserie aus den frühen Neunzigern. Anders als artverwandte Serien wie Power Rangers, VR-Troopers oder der Disney Club, hatte sich diese Sendung jedoch eines vollkommen anderen und recht merkwürdig anmutenden Genres für Kinder angenommen – Horror!

Wenn man heutzutage von Horror hört oder liest, denkt man vornehmlich an Filme wie Texas Chainsaw Massacre, Dawn of the Dead oder Saw. Ironischerweise ist keiner der genannten Filme der Horrorsparte zuzuordnen. Warum das? Alle besagten Filme definiert eine vorherrschende Empfindung – Ekel. Der Ekel wenn sich jemand selbst mit einer stumpfen Säge das Bein absägt, wenn sich ein wahnsinniger Psychopath durch ein Rudel dauerbekiffter Teenager tötet um ihre Haut als adretten Overall zu verwenden oder wenn einfach so viel Blut im Film vergossen wird, dass dagegen sogar die Periode eines Mammutweibchens blass aussieht. Was der Zuschauer hier „fürchtet“, ist sich ansehen zu müssen wie das nächste Desaster passiert (gutes Beispiel hierfür: Final Destination). Das jedoch ist in meinen Augen kein Horror. Bestenfalls wäre dies als Splatter zu bezeichnen. Dies gilt gleichermassen für Filme wie Literatur.

Nun, da ich mich recht deutlich über das ausgelassen habe was Horror nicht ist, wäre es wohl an der Zeit zu definieren was meiner unmassgeblichen Meinung nach dieses Genre ausmacht. H.P. Lovecraft hat es einmal wie folgt meisterhaft auf den Punkt gebracht.

„Das älteste und stärkste Gefühl ist Angst, die älteste und stärkste Form der Angst, ist die Angst vor dem Unbekannten.“

Greifen wir an dieser Stelle erneut E.I. [Eerie Indiana] auf. Wie bereits erwähnt hatte sich die Serie damals als Horror-Kinder-Sendung profiliert. Aber wie ist so etwas möglich? In der heutigen Zeit von PEGI, USK und diversen anderen Zensurfanatikern sollte man meinen, dass es ein Ding der Unmöglichkeit ist irgend etwas in dieser Richtung zu produzieren. Die Sache liegt nun aber so, dass E.I. sich keines dieser Splatterelemente bedient hat. Genau weil sich Furcht am besten durch all jenes manifestieren lässt, dass eben nicht sichtbar und nicht fassbar ist. Hier lässt sich wunderbar die Parallele zur Literatur ziehen. Viele alteingesessene Horror-Begeisterte haben Mühe mit aktueller Horror-Literatur, da Splatter mittlerweile nicht mehr nur vereinzelt als Stilelement benutzt, sondern ganzhaft über die Geschichte gelegt wird.

Klassischer Horror unterscheidet sich in dieser Hinsicht massgeblich von seinem Nachfahren. Man könnte nun in die Schale werfen, dass Autoren besagter Literatur dadurch einen Vorteil gehabt haben, dass Leute (und ich weiss das klingt dämlich) einfach leichter zu ängstigen waren und gewisse Dinge der damaligen Generation nicht bekannt oder nicht zu erklären waren. Selbst wenn wir annehmen, dass all das wirklich zutrifft, wie erklärt man sich dann die Unmengen an Fans, die Klassiker wie Poe, Lovecraft, Blackwood oder Bierce auch heute noch anhimmeln? Den klassischen Horror definiert eine Subtilität, welche für seine Epoche essentiell wie auch typisch war. Hier möchte ich vor allem auf Lovecraft zu sprechen kommen, der diese Kunst meiner Ansicht nach perfektionierte und möchte auf sein Zitat zurückkommen. Was wir sehen und verstehen können, so grauenvoll es sich auch darstellt, wird Schrecken in uns hervorrufen. Die Angst ist die kausale Wirkung die sich daraus ergibt. Wir fürchten uns vor dem unmenschlichen Heulen eines Untiers genau so wenig wie uns der Anblick von blutdürstenden, glühenden Augen in der Dunkelheit den Schrecken in die Knochen fahren lässt. Was uns Angst einjagt, ist, was unsere Fantasie daraus macht. Der Autor kennt unsere innersten Ängste nicht, kann diese bestenfalls erahnen. Wir, die Leser, sind diejenigen, die genau wissen was uns das Blut in den Adern gefrieren lässt und wir sind es auch, die all diese Ängste unbewusst in die Geschichte integrieren. Voraussetzung dafür ist aber der passende Rahmen bzw eine gute Story & Struktur.

Ein guter Horrorautor setzt dem Leser nicht einfach ein Szenario vor vor dem er sich dann ängstigt. Ein guter Horrorschriftsteller schafft eine Atmosphäre des Unbehagens. Je weniger wir das Objekt unserer Furcht zu fassen vermögen, desto mehr fürchten wir es. Je weniger wir darüber wissen, desto stärker färbt unsere Fantasie das Szenario. Dabei ist es stets wichtig gerade noch soviel zu offenbaren, dass die Atmosphäre angespannt bleibt. Geizt man zu sehr mit Andeutungen, verliert sich die Geschichte schnell ins Lächerliche oder Langweilige. Wenn man eine gute Horrorstory gelesen hat bei der einem die Nackenhaare zu Berge standen und dieses Gefühl auch anhält nachdem man das Buch bereits zur Seite gelegt hat, hat die Geschichte ihr Ziel erreicht. Viele schaurige Stories entlassen einen am Ende wieder zurück in eine heile Welt, in Sicherheit; wahrer Horror tut das nicht. Genau das ist es, was ihn derart faszinierend macht.

So schwer es auch sein mag anspruchsvollen Horror zu schreiben, es ist möglich! Und ich für meinen Teil möchte gerne mehr davon.





Retro rockt!

29 09 2010

Videospiele haben seit ihren Kindertagen eine rapide und exponentielle Entwicklung erfahren und das in vielerlei Hinsicht. Die derzeit beinahe lebensechte Grafik, lässt sich mittlerweile schon gar nicht mehr mit Klassikern wie Pong oder Pacman vergleichen. Ähnlich sieht es mit der musikalischen Untermalung aus. Wo früher noch eine Anzahl Pieptöne aus einem Miniaturlautsprecher herausblubberte, die man an einer Hand abzählen konnte, gibt es heute orchestrale verbesserte Umsetzung derselben, die aus der heimeigenen Dolby-Surround-Anlage das Ohr in Dauerextase versetzt – was super ist. Es ist naheliegend, dass mit einem derartigen Sprung in der Technik auch eine Steigerung der Komplexität der Spiele einhergeht.

Hier ergeben sich für Entwickler und Spieler gleichermassen interessante Möglichkeiten. Wie bereits in Extra Credits angedeutet, haben sich Spiele weiterentwickelt. Durch den unglaublichen Fortschritt kann dem Spieler ein vollkommen neues Spielerlebnis geboten werden, dass nicht mehr nur darin besteht Spass am Spiel zu haben. Ein Spiel kann zum Denken anregen, Einsichten vermitteln und vieles mehr. Etwas das vor zehn Jahren mit diesem Medium noch vollkommen unmöglich gewesen wäre. Vor allem Spiele wie Mass Effect, Assassins Creed und Bioshock bedienen sich dieses Elements. Allerdings möchte ich in diesem Post nicht unbedingt darauf eingehen, aber es ist nötig sich dies alles vor Augen zu halten wenn man das Nachfolgende liest.

Vor einiger Zeit legte ich Quantum Theory in meine heimische PS3-Konsole und versuchte mich in der gnadenlosen Zombie-Soldaten-Dezimation, was eine Weile lang auch ganz witzig war, aber schnell langweilig wurde. Das war kein Einzelfall. Schon vorher hatte ich mir Spiele besorgt auf die ich mich wie ein ein Zombie über Steven Hawking auf einem Silbertablett gefreut hatte, die aber als sie schliesslich in der Konsole steckten keinerlei oder nur wenig Spass boten. Woran liegt das? Bin ich Videospielen überdrüssig geworden? Heute war ich mit einem ähnlich pixelverliebten Kollegen in einem Retro-Game-Geschäft und wir haben uns einige Klassiker und Perlen unserer Kindheit mit unseren schwer verdienten Dublonen finanziert. Meine Ausbeute bestand unter anderem aus einem Neo Geo Pocket Color, einem Handheld, der 1999 von SNK auf den Markt gebracht wurde. Im Grunde genommen nur ein besserer (ja, hier scheiden sich die Geister) Gameboy Advance. Aus langer Weile zog isch später im Zug das Gerät aus der Tasche und steckte Sonic the Hedgehog: Pocket Adventure in den Modulschacht. Nachdem ich mit dem blauen Igel einige Ringe gesammelt und mit Epilepsie-Anfall-erregender Geschwindigkeit durch die Levels geflitzt war, fiel mir etwas auf: ich hatte Spass daran.

Obwohl das Spielkonzept lächerlich einfach und die Grafik peinlich veraltet ist, war es einfach nur total unterhaltsam den Igel Rampen rauf und runter zu schicken und in der Gegend umherschwebende Ringe einzusammeln. Soll das nun heissen, dass moderne Spiele Müll sind? Nein, auf keinen Fall! Das Problem in der heutigen Videospielindustrie ist, dass um ein Spiel auf den Markt zu bringen, dass dort auch erfolgreich ist, ein unglaublicher finanzieller Aufwand getätigt werden muss. Und selbst das ist noch kein Garant dafür, dass das Spiel tatsächlich nicht auf den Händlerregalen verstaubt. Das ist auch der Grund warum viele Genres praktisch ausgestorben sind bzw. so stark verändert wurden. Man nehme einen Klassiker wie Resident Evil oder Silent Hill. Beides Survival-Horror-Games der Spitzenklasse, aber heute kaum mehr als solche wieder zu erkennen. Tatsache ist, dass der Otto-Normal-Spieler heutzutage für gewöhnlich keinen Survival-Horror spielt. Zwar gibt es nach wie vor noch eingefleischte Horrorfans, die sich an Spielen wie Eternal Darkness, The Call of Cthulhu oder Forbidden Siren ergötzen, aber die Anzahl dieser Spieler ist so verschwindend gering, dass sich rein umsatzmässig die Entwicklung und Vermarktung eines solchen Spiels kaum auszahlen würde. Also wird ein Element beigefügt mit dem so gut wie alle Spieler etwas anfangen können – Action. Dazu noch eine Prise Herumgeballere und man hat einen Titel, der die Chance hat einer breiteren Masse zu entsprechen – was enorm schade ist. Nicht umsonst will Capcom nun Dead Rising als sein neues Flagschiff krönen, während Resident Evil langsam in der Versenkung verschwindet.

Der Punkt ist, dass viele geniale Spiele, vor allem Titel, die eher den „Randgruppen-Sparten“ zugehörig sind, vor allem noch bei alten Konsolen zu finden sind. Mal ehrlich, wem von euch macht Duckhunt keinen Spass? Wer hat sich beim Durchspielen von Monkey Island keine Magenkrämpfe angelacht? Ich will damit nicht sagen, dass heutige Games schlecht sind, im Gegenteil. Ich finde, dass Spiele wie Assassins Creed, Uncharted, Call of Duty und Mass Effect absolut wegweisend sind. Aber über all die gerenderten Polygonschönheiten und atemberaubenden Effekte, sollte man die Retro-Games nicht vergessen und erst nicht verspotten. Sie sind die Grundlage für alles was wir heute in die Konsolenschächte schieben und haben kein bisschen von ihrer Genialität eingebüsst. Retro rockt!





You can’t be serious?! MHFO auf der Xbox360?!

26 01 2010

Gerade als sich die MH-Fangemeinde von der Neuigkeit zu erholen begonnen hat, dass Monster Hunter Tri ein Wii-exklusiver Titel und Nintendos Konsole nun die Plattform für mögliche Fortetzungen der Serie werden würde, lässt Capcom die Katze aus dem Sack: Monster Hunter Frontier erscheint auf der Xbox360.

Was halten wir davon? Einerseits möchte man Capcom Kopf voran in die Kloschüssel stecken und die Spülung betätigen dafür, dass sie die Wii-Exlusivität der Serie so lange herausposaunt haben und nun urplötzlich doch ein Port auf einer anderen Plattform machen. Vor einigen Wochen scherzten ein Kollege und ich noch über die folgende Meldung:

„Höhö, damit ist sicher Monster Hunter gemeint“ – „Ja klar, und Zelda kommt auf der PS3 raus 😀 „. Das haben wir nun davon. Als grosser Verlierer aus der ganzen Sache geht kein anderer als Sony aus. War Monster Hunter 3 ursprünglich für die Playstation 3 angekündigt (und sogar mit der Entwicklung begonnen worden!), ist die Konsole nun die Einzige ohne irgend ein Spiel, das auch nur mit der MH-Serie in Verbindung gebracht werden könnte (Ad-Hoc-Party lasse ich bei dieser Aussage aussen vor). Angekündigt wurde das Spiel für Sommer 2010 in Japan. Ein Release für Europa und Amerika ist also etwa im Herbst, oder viel eher im Winter zu erwarten. Monster Hunter Tri für die Wii erscheint ein halbes Jahr vorher. Es ist fraglich ob nun die Mehrheit der eingesessenen Jäger auf Nintendos Konsole mit dem komplett abgewandelten Spielprinzip übersiedeln, oder sich ein weiteres Jahr gedulden und die Jagd auf der Xbox360 fortsetzen wird.

Anbei eine kurze Aufstellung mit den wichtigsten Unterschieden zu den beiden MH-Fortsetzungen:

Monster Hunter Tri (Wii) Monster Hunter Frontier (360)
Areas 10 13
Monster 18 (nur die „grossen Viecher“) 61 (nur die „grossen Viecher“)
Rüstungen 29 100 >
Waffen ca. 500 1’200 >

Egal wie man es dreht und wendet, MH3 zieht den Kürzeren. Sei es die Grafik (die Wii ist im Vergleich zur X360 nicht HD-fähig), die fehlenden Downloadinhalte oder einfach die Grösse der Spielwelt. Einzig und allein die erneurte Engine auf der Wii ist der in MHFO (Monster Hunter Frontier) enthaltenen etwas überlegen. Einige würden aber auch hier sagen, dass sie lediglich „anders“ ist.

Monster Hunter Tri war in Asien vor allem deswegen ein Erfolg, da kein anderer potentieller Nachfolger der Serie in Aussicht war. Das Spiel ist dort mittlerweile auch schon einige Monat lang erhältlich. Es ist fragwürdig ob Casual Gamers, und die meisten werden bestätigen, dass die Wii mit Ihnen einen Grossteil ihres Umsatzes erwirtschaftet, tatsächlich auf die Serie aufspringen werden. Hardcore Gamer werden mit grösster Wahrscheinlichkeit abwarten und sich den Nachfolger mit bewährter Steuerung, Optik und dem gewohnten Spielgefühl holen – ich jedenfalls werde es.

Monster Hunter Tri (Wii) Monster Hunter Frontier (360)




Killing to get laid

22 01 2010

Da das Releasedatum von MH3 unmittelbar bevor steht (naja, so ähnlich), wurde es höchste Zeit mir eine Wii ins Wohnzimmer zu holen. Auf der Suche nach einem vernünftigen Einsteiger-Spiel, stiess ich auf No More Heroes. Das Cover war ansprechend, die Story schön sinnlos und der Preis auch recht tief, da das Game schon seit einer ganzen Weile draussen ist. Zu Hause angekommen wurde kurzerhand die Wii angeschlossen, das Game eingelegt und prompt flimmerte mir auch schon folgendes Intro entgegen.

Nachdem ich meinen Kiefer wieder vom Boden aufgelesen hatte, gings auch schon los. Die Steuerung mit dem Nunchuck und der Wiimote wurde genial umgesetzt, obwohl man beim herumlaufen hin und wieder an unsichtbare Ecken stösst oder die Kamera zuweilen etwas unvorteilhaft platziert ist. Jedenfalls macht das Game lächerlich viel Spass. Kaum hat man sich durch das Tutorial gespielt in dem einem die Grundlagen der Laserschwert-Assassinen-Kunst (OMG, es ist wie Star Wars und Assassins Creed zusammen!) verinnerlicht werden, stürzen sich auch schon zehn Bodyguards auf euch um euch den Garaus zu machen. Aber halt mal, ich greife voraus. Worum geht es überhaupt im Spiel?

Der Spieler übernimmt die Rolle von Travis Touchdown (der awesomste Name seit Max Power), der sich in die blutlechzende Welt der Kopfgeldjäger gestürzt hat. Weshalb? Er hat die Frau seiner Träume kennengelernt und möchte von ihr wilden… Beischlaf. Ihr startet als die #11 auf der Rangliste der amtierenden Assassinen und müsst euch auf Platz 1 befördern indem ihr einen nach dem anderen ausschaltet und euch so ins Herz und Höschen der Herzdame eurer Wahl gespielt habt. Was sich vollkommen primitiv und stumpfsinnig anhört, macht aber total Spass. Egal ob Travis sich gerade durch Horden Schwert-tragender Schlipsträger schnetzelt, mit seinem übergrossen Motorrad durch die Strassen heizt oder in einer der unzähligen, ansehnlichen Zwischensequenzen machohafte Sprüche zum besten gibt – Spielspass ist garantiert!





Jagdvorbereitungen

19 01 2010

Es ist nun schon 5 Jahre her, dass Monster Hunter (PS2) im Videospielemarkt wie eine Atombombe eingeschlagen hat. Während das Spiel während seiner Entwicklung nur wenig aufmerksamkeit auf sich zog, entwickelte es sich zu einem Überraschungshit, als sogar in den USA und Europa, wo so gut wie gar keine Werbung für das Spiel gemacht worden war, eine riesige Fangemeinde hervorbrachte. Capcom sprang auf den Trend auf und veröffenltiche in den Folgejahren mehrere PSP-Ableger der Serie (sprich Monster Hunter Freedom und Monster Hunter Freedom 2 und Monster Hunter Freedom: Unite), machte dabei allerdings einen nicht nachvollziehbaren Fehlentscheid. Der Online-Modus wurde gestrichen. DAS Feature, dass es der Serie ermöglicht hatte im Westen überhaupt Fuss zu fassen, wurde ausradiert. Lange Zeit blieb das auch so. Zwar unterstütze der Ad-Hoc-Modus der PSP 4-Spieler-Jagden, war aber suboptimal, da man physisch zusammensitzen musste und keine Möglichkeit bestand mit Freunden aus Übersee oder selbst mit Kollegen, die nur eine Strasse weiter wohnen, zusammen zu spielen ohne die sich auf den Weg dorthin zu machen.

Mit Monster Hunter Tri (MH3) schlägt Capcom nun eine neue Marschrichtung ein.  Obwohl bereits Monster Hunter Frontier (MHFO) für den PC sein Debüt feierte, waren viele Fans der Serie entäuscht darüber, dass sie es nicht auf dem heimischen TV-Screen mit einem Controller in den Händen und dem Gesäss auf einer gemütlichen Couch spielen konnten. War MH3 ursprünglich für die PS3 geplant, wurden die Pläne unerwartet verworfen, da die Produktionskosten auf Sonys Konsole angeblich zu hoch seien – was etwas merkwürdig anmutet, da die MH-Serie wohl derzeit Capcoms ertragreichste Cash-Cow ist. Nichts desto trotz entschied sich die Spielschmiede für ein Sequel auf Nintendos Wii, das überdies auch noch erst ab 16 freigegeben sein wird. Das Problem ist nun, dass die meisten MH-Jünger eingefleischte PS3-Zocker sind, u.a. da man mit dem Tool „Ad-Hoc-Party“ MHFU endlich, wenn auch nur auf der PSP, online spielen konnte. Der Plattformwechsel war also weitestgehend unvorhersehbar und bis zu einem gewissen Grad auch vollkommen unverständlich.

Wirft einen näheren Blick auf den neuesten Titel fallen einem viele Neuerungen ins Auge. Zunächst einmal wurden zwei neue Waffen (Slashaxe und eine neue Gattung Armbrüste) eingeführt, dafür allerdings viele Waffen (Dual Swords, Jagdhorn, Gunlance,…)  gestrichen. Als ob das nich schon genug wäre, wurden zudem so gut wie alle Monster, die man aus den bisherigen Teilen kannte, einfach entfernt. Abgesehen von den beiden Galeonsfiguren der Serie, Rathian und Rathalos, wurden praktisch alle bekannten Jagdziele entfernt und durch neue ersetzt. Ebenfalls überraschend kam die Ankündigung, dass eine Online-Gebühr für Multiplayer Jagden anfallen wird (800 Wii-Punkte pro Monat).

Soviel zu den Negativpunkten. Daneben hat Capcom glücklicherweise noch diverse andere Neuerungen in den aktuellen Teil der Serie implementiert. Zum einen wäre da die aufpolierte Grafik, auf die viele schon seit dem Debüt von MH auf der PS2 gewartet haben. Damit einher geht ein neues Kampfsystem. Die altbekannten Waffen steuern sich nun anders (und das nicht nur wegen der Wiimote), es sind andere Combos möglich und das Timing wurde umgekrempelt. Für Veteranen heisst das back to the basics. Sämtliche Attacken wollen noch einmal von grundauf neu gelernt und auf einander abgestimmt werden. Die grösste Neuerungen ist aber vermutlich, dass man nun tatsächlich die Möglichkeit hat UNTER WASSER zu jagen. Aus Concept-Arts geht hervor, dass dieses Feature schon sehr früh geplant war, aber nie umgesetzt werden konnte – bis jetzt.

Jedenfalls habe ich lange hin- und herüberlegt und bin schlussendlich zur Entscheidung gelangt, dass ich das Spiel, entgegen meiner ursprünglichen Einstellung demgegenüber, nun doch kaufen werde. Zugegeben, das Spiel sieht anders aus, wobei ich „anders“ hier nicht mit „schlechter“ gleichsetze. Das Spieltempo wurde erhöht (was bisher in allen Teilen der Serie kontinuierlich der Fall war) und es scheint als hätten sich die Leute von Capcom wirklich ins Zeug gelegt einen Neuanfang für die Serie zu schaffen. Da ich vom ersten Teil bereits so begeistert war, dass ich allein wegen der Demo des Spiels Devil May Cry 3 zum Vollpreis und am Release-Tag kaufte, ganz zu schweigen davon, dass ich in der Welt von Monster Hunter in diesen 5 Jahren weit über 1’000 Spielstunden verbracht habe, kann ich der Serie nicht ohne weiteres abschwören. Zeit fürs virtuelle Blutvergiessen!





Schneekugeln, Drogen und Aliens

7 01 2010

Steven King hat früher mal richtig gute Geschichten geschrieben bei denen Gänsehaut garantiert war. Seine letzten paar Veröffentlichungen waren jedoch in den Augen vieler eine herbe Enttäuschung. Als ich von einem Kollegen erfuhr, dass in Kings neuestem Werk, „Die Arena“, wieder richtig die Angstschweissdrüsen beansprucht würden, dachte ich mir, dass es wohl nicht schaden könne das Buch zu kaufen – weit gefehlt.


*MAJOR SPOILERS AHEAD*

„Die Arena“ beschreibt die Geschichte der Kleinstadt Chesters Mill über die sich eines Tages urplötzlich eine unsichtbare Kuppel legt. Im Augenblick ihres Erscheinens werden an den jeweiligen Wänden des Gebildes sämtliche Bau- und Körperschaften zweigeteilt, teils auf recht eklige und unansehnliche Weise.  Das dumme ist nun, dass so gut wie gar nichts durch die Trennwand zwischen Aussenwelt und Kleinstadt dringen kann. Kein Strom, kein Wasser, keine Luft, so gut wie gar nichts. Man nehme noch einen mordlüsternen Gebrauchtwagenhändler, der sich zum Diktator emporschwingt und die Dorfpolizei bald zur seiner eigenen Privatarmee erkürt und fertig ist der Grundstein für Kings Story. Der Plot ist zwar spannend, aber nicht wirklich packend. Wer auf Grusel- oder Panikmomente hofft, wird enttäuscht. Im Buch enthalten sind ledliglich eine Unzahl von Vergewaltigungsszenarien und besonders hässlichen Arten den Löffel abzugeben. Die dominierende Emotion die der Geschichte anhaftet ist daher wohl bestenfalls als Ekel zu bezeichnen.

Wer sich trotzdem durch die 1’300 Seiten kämpfen will um Schluss nur ein abstruses und lächerliches Ende vorzufinden, bitte. Aber sagt nicht ich hätte euch nicht gewarnt.





Shoppingtour des Schreckens!

6 01 2010

Mit Arbeit ist das ja so ne Sache. Einerseits verdient man Bares. Das Ganze hat aber einen Haken, man ist meistens so sehr mit Arbeiten beschäftigt, dass man nicht dazu kommt die errungenen Dublonen in den Grossstadtbasaren gegen exotische Waren auszutauschen. Manchmal, wenn auch ganz, ganz selten kommt aber eine Möglichkeit daher die glänzenden Scheibchen und bunten Papiere gegen richtig tolle Ware einzutauschen, zum Beispiel heute!

Vorab einige Worte der Erklärung, da ansonsten der restliche Beitrag des Blogs grösstenteils unverständlich bleiben könnte. H.P. Lovecraft war und ist eine der prägendsten Persönlichkeiten des Horrors in der Literatur. Seine Erfolge und seine Art zu schreiben lassen Autoren wie Dean Koontz oder Steven King wie lesefaule Sonntagsschüler aussehen. Waren seine Werke ihrer Zeit weit voraus und wurden oftmals als Schund verschmäht, bilden Sie heute (gemeinsam mit Werken E.A. Poe’s und Clive Barkers) die Krone des Horrorgenres. Moderner Horror unterscheidet sich massgeblich von seinem Vorgänger, vor allem hinsichtlich des Erzählstils und dem Horror als solchen, der heutzutage eher abstossend und grässlich statt furchteinflössend ist. Klassischer Horror zeichnet sich, zumindest meiner Ansicht nach, stark dadurch aus, dass das Gefühl der Angst und Entfremdung nicht mit dem Schliessen des Buches verloren geht. Es hinterlässt den Leser mit einer Art unergründlichem Unwohlsein. Soviel dazu.

Jedenfalls habe ich heute beim Buchhändler meiner Wahl während einer halben Stunde die Regale durchstöbert in der Hoffnung auf Bände Lovecrafts zu stossen. Nach mehreren erfolglosen Anläufen, gab ich schliesslich auf und nahm die wenigen Bücher, die ich gefunden hatte mit zur Kasse, fragte allerdings dort nochmal nach ob vielleicht doch irgend etwas geliefert worden war. Als mich der freundliche Verkäufer danach zu eben den Regalen brachte, die ich mir vorhin angesehen hatte, war ich zugegebenermassen etwas verdutzt. Was aber kein Vergleich dazu war, was passierte als er eine Reihe Bücher aus dem Regal nahm und dahinter gleich mehrere Bände Lovecrafts zum Vorschein kamen. Ich staunte nicht schlecht als ich mir die Veröffentlichungsdaten der Werke anschaute, von 1966 über 1979 bis hin zu aktuellen Veröffentlichungen war alles dabei was sich das Leserherz wünschen konnte. Um einige bunte Papierscheine erleichtert, verliess ich danach breit grinsend den Buchladen mit Lesestoff für die nächsten paar Wochen.