Zu viele Erfolge, zu wenig Spass

12 08 2011

Einer der schönsten Momente in meinem Leben als Videospieler war es als ich damals, gleich am Releasetag, Zelda: Ocarina of Time beim Videospielhändler meines Vertrauens bezog und anschliessend im Spieleschacht meiner altgedienten N64-Konsole andockte. Klar war für heutige Verhältnisse die Grafik damals äusserst rudimentär und das Spiel bot neben einer sehr bescheidenen Open-World-Spielfläche auch sonst wenig Customizing-Möglichkeiten für den Charakter (was für Zelda-Spiele auch typisch ist), aber damals war es eine absolute Offenbarung. Auf Epona durch die Steppe von Hyrule zu reiten, Volvagia mit gekonnten Schlägen seinem freuigen Ende zuzuführen und Ganon von Angesicht zu Angesicht in den Burgruinen gegenüber zu treten gehören bis heute zu den unbestreitbar denkwürdigsten Augenblicken in meiner Tätigkeit als Polygonabenteurer.

Neben Zelda: OoT gab es aber auch diverse andere Spiele, die meine Konsole(n) regelmässig zum überhitzen brachten. darunter Extreme G, Devil may cry, Worms und Bloody Roar um nur einige zu nennen. Meine Affinität zu Videospielen erlaubte es mir später sogar einen Posten als Videospielredakteur bei einer bekannten Online-Gaming-Website für rund zwei Jahre zu besetzen, in denen ich noch mehr geniale (aber auch gottlos schlechte) Titel anzocken und meinen Horizont in der Welt der Health-Bars und Power-Ups erweitern konnte.

Allerdings geschah dann etwas merkwürdiges. Es ist mittlerweile wohl ziemlich ein Jahrzehnt vergangen und meine Begeisterung für Videospiele hat eine dramatische Änderung durchlaufen. Eine Änderung deshalb, da ich zwar nach wie vor von Pixels und Sprites begeistert bin, mich allerdings nicht mehr dazu aufraffen kann besagte Spiele durchzuspielen. Spiele, die ich als Kind vermutlich aufgrund ihrer schier unglaublichen Grafik und der enormen Fülle an Möglichkeiten innerhalb der Spielmechanik und Story wohl verschlungen hätte, vermögen mich nicht mehr vollends in ihren Bann zu ziehen.

Ich beobachte mich immer wieder wie ich Discs in meine PS3, Xbox360 oder Wii-Konsole einlege, die entsprechenden Titel spiele und schnell das Interesse daran verliere – und das obwohl es sich dabei um Top-Titel handelt. Was also ist schief gelaufen? Woher der plötzliche Schwund meiner einstigen Leidenschaft?

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Zombies – we love ‚em

20 10 2010

Sämtliche mediale Unterhaltung ist Trends unterworfen. Das Ganze läuft dabei ähnlich ab wie in der Modewelt. Was dort Farben und Schnitte sind, sind in der Videospielbranche Genres und Themes. Bis vor einigen Jahren gehörten Verschwörungstheorien sowas wie zum guten Ton in Videospielen, aber auch Filmen und Büchern. Die berühmtesten Erzeugnisse dieses Trends waren, in Buchform, die Bücher von Dan Brown (Meteor, Illuminati, The da Vinci code, etc.), wie auch die diversen Ableger, die darauf folgten. Was Filme anbelangt, wären wohl einerseits die Verfilmungen zu besagten Büchern, aber auch das Vermächtnis der Tempelritter und nicht zuletzt Lost aufzuführen. Zuletzt wären da noch Videospiele, die das Thema in Spielen wie Uncharted oder Assassins Creed durchkauten.

Doch wie das mit Trends so ist, sind sie regelmässigen Veränderungen unterworfen. Dem Trend der Verschwörungstheorien folgte dann alsbald die Welle der Vampire – oder genauer Vampir-Romanzen. Man darf, denke ich, ohne Übertreibung behaupten, dass die Anzahl an Vampir-Fiction sich in den Regalen der Buchhändler in den letzten paar Jahren verzehnfacht hat. Der Vorreiter hierfür war vermutlich Twilight, der mehr Copycats auf den Plan rief als die chinesische Billigproduktionsbranche. Natürlich wurden viele dieser Bücher auch verfilmt (Twilight-Saga, Daybreakers, etc.) und als TV-Serien umgesetzt (Vampire Diaries, True Blood). Bei Videospielen schien sich das Ganze jedoch nicht so sehr zu manifestieren. Vermutlich auch weil. Teenie-Vampir-Romanzen kein Theme ist, dass man besonders gut umsetzen könnte (Scene it – Twilight anyone?).

Die Videospielbranche war also geprägt von einer gewissen Trendlosigkeit. Es wurde so gut wie alles mögliche auf den Markt geworfen. Von Cowboy-Spielen, über Piraten-Games und diversen Adaptionen von älteren Spielen oder Serien (Transformers: War for Cybertron, Spiderman: Shattered Dimensions, Batman: Arkham Asylum, etc.). Man könnte das schon beinahe als eigenen Trend werten, aber meiner Ansicht nach waren die Videospielreleases der letzten paar Jahre zu durchmischt um wirklich einen klaren Hang ausmachen zu können.

Mittlerweile hat sich das wieder geändert. Wie man aus dem Titel schon schliessen kann, haben sich die schwerfälligen Hirnzutzler wieder an die Spitze der Beliebtheitsskalen gekämpft. Sogar die Pinguine aus Pixars Animationsstreifen Madagascar haben ihren eigenen Zombiefilm spendiert bekommen. Aber auch in auf dem heimischen Fernsehbildschirm halten die verwesenden Dauerspaziergänger mit Animes wie Highschool of the Dead oder Filmen wie I am Legend oder Jennifers Body, letzteres sicherlich kein klassischer Zombiefilm, allerdings mit vielen Parallelen zu den Otto-Normal-Zombies, Einzug. Viel stärker scheint das Ganze aber bei den Videospielen durch. Allein in den letzten paar Wochen und Monaten explodierten die Newsticker geradezu mit Meldungen über Zombie-Games oder zusätzliche Spielinhalte mit eben diesem Theme. Da wäre einmal Dead Rising 2, aber auch Zombies vs. Plants und nicht zuletzt das demnächst erscheinende Red Dead Redemption – Undead Nightmare. Sogar bei Call of Duty: Black Ops sollen die müffelnden Untoten ihr Unwesen treiben.

Allerdings ist hier, anders als bei den anderen beiden Trends, die Videospielbranche der Vorreiter. Es bleibt abzuwarten ob sich das Thema auch in weiteren Filmen niederschlagen wird. Immerhin ist dort das Thema dank diverser *insert Place or Time“ of the Dead-Filme schon mehr oder weniger durchgekaut. Ich für meinen Teil freue mich auf jeden Fall gigantisch auf einige der anstehenden Spiele. Insbesondere RDR – Undead Nightmare scheint ein Spiel zu werden, dass man sich unbedingt zu Gemüte führen sollte. Also schützt euer Denkfleisch und auf in die Schlacht!





Final Fantasy: The 4 Heroes of Light – Epische Schlachten mit Knuddelfaktor

16 10 2010

Nachdem Final Fantasy XVI meine Harddisk mit seiner blossen Existenz verunstaltet, dachte ich mir, dass ich um alter Zeiten willen der Serie doch noch eine Chance geben sollte. Welche bessere Möglichkeit gibt es dazu als das kürzlich für den Nintendo DS erschienene Final Fantasy: The 4 Heroes of Light.

Bei dem Titel handelt es sich im Grunde genommen um ein Remake des allerersten Final Fantasy, natürlich grafisch und spieltechnisch etwas aufpoliert. Die Story ist schnell erzählt. Als *Name eingeben“ (nennen wir ihn der Einfachkeit halber Al), also als Al eines morgens aufwacht, macht ihn seine Schwester, hysterisch und hibbelig wie Sie ist, darauf aufmerksam, dass heute der Tag sei an dem er den Test antreten müsse um die Grenze vom Adoleszentendasein zum Erwachsenentum zu überschreiten. Unser junger Held macht sich also auf dem Weg zum König um sich der Aufgabe zu stellen, aber etwas Furchtbares ist passiert, was den Zum-Mann-werden-Rythus total in den Schatten stellt. Prinzessin *Namen eingeben*, nennen wir Peggy, Prinzessin Peggy wurde von einer bösen Hexe entführt und Al muss sich auf den Weg machen das holde Maid aus den Händen der alten, Flüche ausstossenden Schrumpeltasche zu befreien. Hilfe kriegt er dabei von zwei weiteren Begleitern, die ihr ebenfalls nach eurem Gutdünken taufen könnt. Als schliesslich die Prinzessin gefunden und die Hexe besiegt ist (wobei Sie vorher noch irgend etwas von einer Vereinbahrung und einem grausamen Fluch brabbelt), geschieht etwas Seltsames. Sämtliche Bewohner des Dorfes wurden versteinert und ein seltsamer sprechender Kristall erscheint den vier Helden. Dieser betitelt Sie als die Kinder des Lichts, welche die Welt wieder ins Gleichgewicht bringen werden.

Entgegen eurer naheliegenden Vermutung, versichere ich euch allerdings, dass Captain Planet während des gesamten Spiels kein einziges mal vorkommt. Obwohl sich die Story recht abgedroschen anhört und die vier Anfangscharaktere den gängigen Archetypen von RPG’s entsprechen (der Mutig Jüngling reinen Herzens, der arrogante aber gutherzige Rival, die schöne und versnobbte Prinzessin und das schüchterne aber irgendwie süsse Mädchen), entwickelt sich das Spiel aber zum totalen Suchtmittel.

Mithilfe der Kronen, die ihr im Spiel nach und nach erhaltet (zumeist durch das Ausschalten von Endgegnern), erhaltet ihr immer weitere verfügbare Klassen. Diese Reichen vom Barden, über den Dieb bis hin zum Weissmagier – insgesamt etwa 20. Ihr habt also jederzeit die Möglichkeit euer Team individuell zu gestalten um euren Monstervernichtungsfaktor zu maximieren. Stellenweise ist das auch bitter nötig, da ihr andernfalls keine Chance habt zu bestehen.

Optisch orientiert sich das Ganze an Spielen wie Animal Corssing oder Zelda: The Wind Waker. Die Pseudo-Cell-Shading Grafik passt aber wie die Faust aufs Auge. Während ihr malerische Gegenden auskundschaftet, werdet ihr von bedrohlichen Höllenhunden, Dämonenadlern und Elfen aus dem Hinterhalt angegriffen und wehrt diese mit eurer Gruppe, die ständig um neue Mitglieder ergänzt wird, ab. Der Sound ist, wie für DS-Verhältnisse zu erwarten ist, nicht spektakulär, erfüllt aber im Ausmass seiner Möglichkeiten durchaus seinen Zweck.

Unter dem Strich ist Final Fantasy: The 4 Heroes of Light ein durchwegs gutes Spiel mit hohem Unterhaltungsfaktor. Spieler, die sich mit der Knuddeloptik nicht so recht anfreunden wollen, aber auch Spieler die komplexe rundenbasierte Kämpfe mit viel Raum für individuelle Anpassung suchen, sind aber fehl am Platz. Für alle anderen ist das Spiel aber ohne jeden Zweifel ein Probespielen wert.





Castlevania – als Vampire noch nicht geglitzert haben

10 10 2010

Alle paar Jahre kommt ein Spiel auf den Markt, das nicht nur einfach super ist, sondern die Massstäbe seines Genres vollkommen neu definiert. Dazu gehörten unter anderem auch Zelda: Ocarina of Time, Shadow of the Colossus und World of Warcraft. Jeder dieser Titel hat die Grenzen des Machbaren in seiner Generation ausgelotet und damit ein Spielerlebnis geschaffen, dass es in dieser Form vorher nicht gab. Ich behaupte Castlevania: Lords of Shadow ist  eines davon. Ihr schlüpft darin in die Rolle von Gabriel Belmont (der eine überraschende Ähnlichkeit zu Wolverine-Darsteller Hugh Jackman aufweist), eines Abgesandten der „Bruderschaft“, der im Namen Gottes allen dämonischen Taugenichtsen in typischer Castlevania-Manier mit seiner Peitsche den Garaus macht. Als eines Tages aus heiterem Himmel Horden von Vampiren, Lykanern, Goblins und anderen mythischen Gestalten auftauchen und beginnen sich durch die Dörfer und Städte zu metzeln, sendet die Bruderschaft ihre Kämpfer aus um dem Bösen Einhalt zu gebieten. Einer davon ist wie ihr sicherlich bereits vermutet Gabriel, dessen Frau dem Bösen zum Opfer fiel und getötet wurde.

Die Balance zwischen Himmel und Hölle ist also vollkommen aus den Fugen geraten, selbst die Toten (auch Gabriels Frau) können nicht in den Himmel einkehren und fristen ihr elendes Dasein im Fegefeuer. Man beginnt zu munkeln, dass Gott die Menschheit verlassen habe. Doch die Prophezeiung berichtet von einem Krieger reinen Herzens, der die Fürsten der Dunkelheit stürzen und ihre Macht an sich nehmen wird um auf der Erde das Gleichgewicht erneut herzustellen.

Das Erste was einem nach Aufstarten des Spiels auffallen wird, ist die atemberaubende Grafik. Was die Leute von Kojima Productions & MercurySteam hier geleistet haben ist schlicht unglaublich. Schon bei eurer ersten Konfrontation mit einigen blutlüsternen Lykanern kriegt ihr Gestalten zu sehen, die es so genial designt in anderen Spielen nicht einmal als Endgegner gibt. Auch die Szenerie wird einem die Kinnlade immer mal wieder nach unten rasen lassen. Düstere Festungen wechseln sich mit giftigen Sümpfen, gewaltigen Schluchten und malerischen Kathedralen ab. Untermalt werden eure Abenteuer von einem Soundtrack, der glatt einem Herr der Ringe-Film entsprungen sein könnte und die ansonsten schon packende Atmosphäre perfekt macht. Aber auch die gut durchdachte Kameraführung trägt erheblich zur Stimmung bei. Die Steuerung geht absolut flüssig von der Hand, ist aber dennoch nicht so stark vereinfacht, dass man durch blosses Button-Mashing gegen Horden Untoter oder zähnefletschender Bestien bestehen könnte. Zwischen die epischen Kämpfe mischen sich aber auch immer wieder knifflige Rästelpassagen und grandios eingesetzte Quicktime Events. Es sind einfach zu viele Sachen, die einfliessen um dem Spiel diesen Grad an Grossartigkeit zu verleihen, als dass man sie hier alle aufzählen könnte.

Abschliessend bleibt mir nur zu sagen, dass es für jeden, der sich auch nur entfernt für Videospiele interessiert absolut unentschuldbar wäre sich so einen bahnbrechenden Titel entgehen zu lassen. Castlevania hat die hohen Anforderungen, die bereits im Vorfeld an das Spiel gstellt wurden nicht einfach erfüllt, sondern bei Weitem übertroffen. Also greift euch eure Peitsche und geht auf Vampirjagd!





Enslaved – von Affen und Roboterbulldoggen

7 10 2010

Morgens halb zehn im Weltraum. Irgendwo in einer Eier-förmigen Kapsel wacht ihr aus einem Kryogen-Schlaf auf. Eigentlich möchtet ihr gerne aus der Kapsel raus um euch die Beine zu vertreten, zu blöd nur, dass ihr ein Gefangener seid, der auf seine Einlieferung wartet. Plötzlich geht alles drunter und drüber. Eine Gefangene hat es aus ihrem Gefängnis geschafft und hackt das Bordsystem, sodass der Kreuzer von seinem Kurs abkommt und unkontrolliert auf den Planeten zurast in dessen Atmosphäre ihr gerade eingetreten seid.

So ungefähr könnt ihr euch den Anfang von Enslaved – Odyssey to the West vorstellen. Ich hatte von dem Spiel bis knapp zwei Tage vor seinem Erscheinungstermin nicht soviel mitgekriegt und wurde eigentlich mehr oder weniger zufällig durch eine Anmerkung dazu in einem Trailer auf Gametrailers.com darauf aufmerksam und fand es recht ansprechend. Als dann die Collectors Edition kurze Zeit später im Laden erhältlich war, fackelte ich nicht lange und beschloss mir das Spiel zu Gemüte zu führen. Da ich euch den Spielspass nicht verderben möchte, versuche ich mich auf die Angaben zu beschränken, die ihr in der ersten Spielstunde herausfindet. Nachdem Monkey (der Hauptcharakter) sich seinen Weg aus dem abstürzenden Raumschiff gebahnt hat, findet er sich auf einem verwilderten Planet wieder, auf dem aber die Überreste moderner Zivilisation verblieben sind – der Erde. Ein Problem besteht aber. Trip, die Hackerin, die bereits das Raumschiff zum Absturz gebracht hat, hat Monkey ein Kontrollstirnband angelegt, nachdem dieser den Erdboden mit seinem Gesicht begrüsst und danach Schäfchen gezählt hatte. Nun hat sie die Möglichkeit ihn jederzeit mit heftigen Schocks zu malträtieren, sollte er beschliessen ihrem Leben ein Ende zu setzen oder ihren Aufenthalt in anderer Form schwierig zu gestalten. Allerdings verspricht Sie ihm das lästige Modeaccessoire zu entfernen sobald er sie zu der Windfarm ihres Vaters gebracht hat – ein fairer Deal und einer den unser Held nicht wirklich ablehnen kann. Denn stirbt Trip, so stirbt auch er. Und so machen sich die beiden auf den Weg in den Westen.

Spielerisch erinnert das Ganze stark an Uncharted. Die Kamera ist über weite Strecken hinweg fixiert. Ihr habt zwar die Möglichkeit sie 360° um den Charakter herum zu schwenken, allerdings springt sie danach wieder zum Fixationspunkt zurück. Monkey ist dabei der Hauptcharakter, der, wie es der Name schon vermuten lässt, sich durch die Gegend hangelt, schiesst, kämpft, rollt und surft. Seine Waffen sind Kampfhandschuhe an denen ein Stab angebracht ist, mit dem Gegner entweder im Nahkampf zerlegt oder ihnen mittels Plasmageschossen die robotisierten Rüben wegbläst. Trip hat dabei eine ähnliche Rolle wie zu seiner Zeit die Prinzessin in Ico. Sie lenkt Gegner ab, versorgt euch mit Upgrades für eure Waffen und eure Gesundheit und löst alle Computer-technischen Probleme, die sich dem ungleichen Duo in den Weg Stellen und ist den Reist der Zeit über vollkommen hilflos und schreit in der Gegend rum.

Vom Szenario, aber auch vom Charakterdesign her erinnert das Ganze stark an Dragonball. Ähnlich wie Son Goku, hat auch Monkey ein Transportmittel namens „Cloud“ mit dem er in der Gegend herumschweben kann und hat ebenso wie sein Konterfei keine Ahnung von Technik (abgesehen von seinem heissgeliebten fahrbaren Untersatz), aber auch der Stab, der seine länge ändert, dürfte DBZ-Schauern bekannt vorkommen. Hinzu kommt das Tuch, welches vom Gürtel herunterhängt und einem Affenschwanz ähnelt. Trip auf der anderen Seite ist das Computergenie, dass zu allem eine Antwort hat, aber im Kampf nicht wirklich brauchbar ist. Die Entwickler haben sich stark an der chinesischen Sage Xī Yóu Jì (übersetzt etwa: Die Reise nach Westen) und lassen das auch wirklich durchscheinen. Ganz abgesehen davon wird man immer wieder mal auf Abschnitte treffen, die, wie bereits erwähnt, stark an Assassins Creed und Uncharted erinnern. Insbesondere die Sprung- und Hangelpassagen tragen dazu bei. Aber wie sagt man doch so schön: Besser gut geklaut als schlecht erfunden.

Von der Grafik, über die Steuerung bis hin zum Sound macht das Spiel keine Fehler. Alles ist äusserst stimmig und intuitiv. Schon innert weniger Minuten steuert sich Monkey wie von selbst. Allerdings gibt es auch einige Punkte, die weniger gut ausgefallen sind. So rannte bspw. bei meinem ersten Endgegnerkampf der Obermotz in eine Wand und rannte einfach weiter und weiter und weiter ohne, dass ich etwas dagegen hätte tun können. Weder Plasmabomben, noch Hiebe mit dem Stab änderten etwas daran – reboot. Nur kurze Zeit später ploppte an anderer Stelle die Kamera mehrere Meter zu weit hinten, da diese einen Schiessposten und gleichzeitig den Spieler erfassen wollte. Das Ergebnis war, dass ich mich hinter einer Häuserwand befand und nicht sah wo mein Charakter stand und keine Möglichkeit hatte die Kamera umzuschalten und in die Ego-Perspektive zu schalten – reboot. Desweiteren ist es unmöglich während des Laufens von Vorsprüngen zu fallen, was sich an sich ganz ok anhört. Allerdings ist es auch unmöglich auf gewisse Vorsprünge aufzuspringen (obwohl diese absolut in Reichweite sind).

Trotz der Makel macht das Spiel aber richtig Spass und vermag es den Spieler mitzureissen. Insbesondere, da der Einstieg so simpel ist. Allerdings dürften sich Hardcore-Gamer (ich mag den Audruck nicht) nicht so sehr mit der Spielzeit von ca. 12 Stunden anfreunden können, Casual Gamer dafür umso mehr. Wer sich mit einigen Frustabschnitten und gelegentlichen Bugs anfreunden kann, wird dafür mit grandioser Grafik, fantastischem Leveldesign, coolen Endgegnerkämpfen und einer netten Story belohnt. Kein Pflichtkauf, aber definitv ein Probespielen wert!





MMO-Katastrophe: Final Fantasy XIV

5 10 2010

Final Fantasy ist eine Serie, die sich unter Videospielern, die schon länger dabei sind als es kabellose Controller gibt, grosser Beliebtheit erfreut. Durch das damals innovative Kampfsystem, die genialen Stories und die immer wieder äusserst eindrückliche Grafik, haben die Serie zu einem Klassiker gemacht. Nicht umsonst gehen Exemplare von FF VII und FF VIII z.T. für hunderte von Franken (Euro, Dublonen, Zenny, wasauchimmer) über die Theke.

Allerdings sind viele Fans der Ansicht, dass es mit dem neunten Teil der epischen Saga langsam bergab ging. Klar, die Spiele waren immer noch super und absolute Must-Haves für die jeweiligen Konsolen, aber das gewisse Etwas, dass die Vorgänger in den Kultstatus erhoben hatte, fehlte hier. Mit Final Fantasy XI wagten Square bzw. Square-Enix dann den nächsten grossen Schritt, ein auf Final Fantasy basierendes MMORPG. Mit World of Warcraft auf Thron war das für damalige Verhältnisse ein äusserst gewagtes Unterfangen. Vor allem finanziell gesehen sind MMORPGs (oder allgemein MMO-Videospiele) wie russisches Roulette. Die Entwicklungs- und Unterhaltungskosten für das Spiel sind enorm, ganz abgesehen davon, dass ständig neuer Content eingearbeitet werden muss. Kommt das Spiel gut bei seinen Käufern an, werden Sie es Monate oder sogar Jahre lang spielen und sich mit grösster Wahrscheinlichkeit auch sämtliche Add-Ons, vielleicht sogar Lösungsbücher und Merchandise davon besorgen – eine Cash Cow quasi. Sollte das Spiel jedoch floppen, gehen Abermillionen von Dollarn den Bach runter. Denn auch wenn das Spiel nur eine winzige Spielerbase hat, muss dennoch Geld für die Aufrechterhaltung der Server, allfällige Updates u.Ä. ausgegeben werden. Für ein „normalsterbliches“ Unternehmen eigentlich der Todesstoss. Wie bereits an anderer Stelle, verweise ich auch hier auf Extra Credits, die die Problematik mit MMORPG’s (im wahrsten Sinne des Ausdrucks) schön illustrieren.

Nun ist vor knapp drei Wochen ein weiterer WoW-Konkurrent ins Rennen gegangen, und zwar kein geringerer als Final Fantasy XIV. Als das Spiel vor rund anderthalb Jahren an Sonys E3 Konferenz angekündigt wurde, drehten die Fans durch. Das Spiel hatte sich seit April 2005 (bis zum offiziellen Releasedatum des Spiels also fünf Jahre lang!) in Arbeit befunden und der erste Trailer war schlicht atemberaubend.

Die Videospielgemeinde konnte es nicht erwarten das Spiel endlich endlich in die Hände zu kriegen und vor knapp drei Wochen war es dann auch soweit und die ersten Collectors Editions wurden ausgeliefert. Natürlich durfte ich mir das nicht durch die Lappen gehen lassen und installierte das Spiel gleich am Releasetag auf meinem heimischen Rechner, begierig darauf die abenteuerlichen Landschaften von Eorzea zu durchforschen, gewaltige Unwesen zu bekämpfen und natürlich gewaltigen Spass dabei zu haben. Zunächst war dafür die Schaffung eines individuellen Spielcharas notwendig. Da man aus fünf Rassen, diversen Unterarten und Disziplinen wählen kann, kann man darauf schon eine Stunde oder zwei verwenden. Eorzea dann endlich als Thaumaturge (so etwas wie ein Schwarzmagier) der Elezen zu betreten war dann gleichermassen berauschend. Die Grafik war schlicht umwerfend und die Welt riesig. Schnell war die erste Quest gefunden und ich zog aus die Welt von Ratten zu befreien, danach Fledermäusen und schlussendlich Dodos (jetzt wisst ihr warum sie ausgestorben sind). Das Ganze war zwar recht spassig, verlor aber schnell an Reiz. Insbesondere, da es nur so wenige Quests gab. Also was tun? Da es sicherlich nicht schaden konnte, den eigenen Kampflevel zu steigern, entschloss ich mich einige freilaufende Monster zu töten… was ebenfalls nicht allzu lange motivierte, da einige („sehr schwache“) Monster bereits zu stark waren um Sie allein zu besiegen. Also beschloss ich meine Ausrüstung durch den Erwerb einiger neuer Items aufzubessern – denkste! Shops u.Ä. sucht man in FF XIV vergeblich. Die wenigen, die vorhanden sind, verkaufen nur einige lächerliche Kampf- und Ausrüstungsutensilien – Sackgasse. Zwar gibt es die Möglichkeit jederzeit seine Klasse zu Schmied, Alchemist o.Ä. zu wechseln und diese Kunst weiter aufzustufen, aber das dauert. Insbesondere wenn man neue Rüstungsteile für sich schmieden und Tränke brauen möchte. Andere Spieler, die besagte Items verkaufen, findet man nur vereinzelt und diese verkaufen meistens Ware, die nur unwesentlich besser als die eigene ist; also scheidet auch diese Option aus. Was dem Spieler übrig bleibt, ist also mit einem Team durch die Welt zu schlurfen und hie und da ein Monster zu verprügeln um Erfahrungspunkte zu erhaschen. Auch das vermag den Spieldrang auf die Dauer nicht wirklich aufrecht zu erhalten. Kurz: In meinen Augen ist Final Fantasy XIV ein Flop.

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Retro rockt!

29 09 2010

Videospiele haben seit ihren Kindertagen eine rapide und exponentielle Entwicklung erfahren und das in vielerlei Hinsicht. Die derzeit beinahe lebensechte Grafik, lässt sich mittlerweile schon gar nicht mehr mit Klassikern wie Pong oder Pacman vergleichen. Ähnlich sieht es mit der musikalischen Untermalung aus. Wo früher noch eine Anzahl Pieptöne aus einem Miniaturlautsprecher herausblubberte, die man an einer Hand abzählen konnte, gibt es heute orchestrale verbesserte Umsetzung derselben, die aus der heimeigenen Dolby-Surround-Anlage das Ohr in Dauerextase versetzt – was super ist. Es ist naheliegend, dass mit einem derartigen Sprung in der Technik auch eine Steigerung der Komplexität der Spiele einhergeht.

Hier ergeben sich für Entwickler und Spieler gleichermassen interessante Möglichkeiten. Wie bereits in Extra Credits angedeutet, haben sich Spiele weiterentwickelt. Durch den unglaublichen Fortschritt kann dem Spieler ein vollkommen neues Spielerlebnis geboten werden, dass nicht mehr nur darin besteht Spass am Spiel zu haben. Ein Spiel kann zum Denken anregen, Einsichten vermitteln und vieles mehr. Etwas das vor zehn Jahren mit diesem Medium noch vollkommen unmöglich gewesen wäre. Vor allem Spiele wie Mass Effect, Assassins Creed und Bioshock bedienen sich dieses Elements. Allerdings möchte ich in diesem Post nicht unbedingt darauf eingehen, aber es ist nötig sich dies alles vor Augen zu halten wenn man das Nachfolgende liest.

Vor einiger Zeit legte ich Quantum Theory in meine heimische PS3-Konsole und versuchte mich in der gnadenlosen Zombie-Soldaten-Dezimation, was eine Weile lang auch ganz witzig war, aber schnell langweilig wurde. Das war kein Einzelfall. Schon vorher hatte ich mir Spiele besorgt auf die ich mich wie ein ein Zombie über Steven Hawking auf einem Silbertablett gefreut hatte, die aber als sie schliesslich in der Konsole steckten keinerlei oder nur wenig Spass boten. Woran liegt das? Bin ich Videospielen überdrüssig geworden? Heute war ich mit einem ähnlich pixelverliebten Kollegen in einem Retro-Game-Geschäft und wir haben uns einige Klassiker und Perlen unserer Kindheit mit unseren schwer verdienten Dublonen finanziert. Meine Ausbeute bestand unter anderem aus einem Neo Geo Pocket Color, einem Handheld, der 1999 von SNK auf den Markt gebracht wurde. Im Grunde genommen nur ein besserer (ja, hier scheiden sich die Geister) Gameboy Advance. Aus langer Weile zog isch später im Zug das Gerät aus der Tasche und steckte Sonic the Hedgehog: Pocket Adventure in den Modulschacht. Nachdem ich mit dem blauen Igel einige Ringe gesammelt und mit Epilepsie-Anfall-erregender Geschwindigkeit durch die Levels geflitzt war, fiel mir etwas auf: ich hatte Spass daran.

Obwohl das Spielkonzept lächerlich einfach und die Grafik peinlich veraltet ist, war es einfach nur total unterhaltsam den Igel Rampen rauf und runter zu schicken und in der Gegend umherschwebende Ringe einzusammeln. Soll das nun heissen, dass moderne Spiele Müll sind? Nein, auf keinen Fall! Das Problem in der heutigen Videospielindustrie ist, dass um ein Spiel auf den Markt zu bringen, dass dort auch erfolgreich ist, ein unglaublicher finanzieller Aufwand getätigt werden muss. Und selbst das ist noch kein Garant dafür, dass das Spiel tatsächlich nicht auf den Händlerregalen verstaubt. Das ist auch der Grund warum viele Genres praktisch ausgestorben sind bzw. so stark verändert wurden. Man nehme einen Klassiker wie Resident Evil oder Silent Hill. Beides Survival-Horror-Games der Spitzenklasse, aber heute kaum mehr als solche wieder zu erkennen. Tatsache ist, dass der Otto-Normal-Spieler heutzutage für gewöhnlich keinen Survival-Horror spielt. Zwar gibt es nach wie vor noch eingefleischte Horrorfans, die sich an Spielen wie Eternal Darkness, The Call of Cthulhu oder Forbidden Siren ergötzen, aber die Anzahl dieser Spieler ist so verschwindend gering, dass sich rein umsatzmässig die Entwicklung und Vermarktung eines solchen Spiels kaum auszahlen würde. Also wird ein Element beigefügt mit dem so gut wie alle Spieler etwas anfangen können – Action. Dazu noch eine Prise Herumgeballere und man hat einen Titel, der die Chance hat einer breiteren Masse zu entsprechen – was enorm schade ist. Nicht umsonst will Capcom nun Dead Rising als sein neues Flagschiff krönen, während Resident Evil langsam in der Versenkung verschwindet.

Der Punkt ist, dass viele geniale Spiele, vor allem Titel, die eher den „Randgruppen-Sparten“ zugehörig sind, vor allem noch bei alten Konsolen zu finden sind. Mal ehrlich, wem von euch macht Duckhunt keinen Spass? Wer hat sich beim Durchspielen von Monkey Island keine Magenkrämpfe angelacht? Ich will damit nicht sagen, dass heutige Games schlecht sind, im Gegenteil. Ich finde, dass Spiele wie Assassins Creed, Uncharted, Call of Duty und Mass Effect absolut wegweisend sind. Aber über all die gerenderten Polygonschönheiten und atemberaubenden Effekte, sollte man die Retro-Games nicht vergessen und erst nicht verspotten. Sie sind die Grundlage für alles was wir heute in die Konsolenschächte schieben und haben kein bisschen von ihrer Genialität eingebüsst. Retro rockt!