Final Fantasy: The 4 Heroes of Light – Epische Schlachten mit Knuddelfaktor

16 10 2010

Nachdem Final Fantasy XVI meine Harddisk mit seiner blossen Existenz verunstaltet, dachte ich mir, dass ich um alter Zeiten willen der Serie doch noch eine Chance geben sollte. Welche bessere Möglichkeit gibt es dazu als das kürzlich für den Nintendo DS erschienene Final Fantasy: The 4 Heroes of Light.

Bei dem Titel handelt es sich im Grunde genommen um ein Remake des allerersten Final Fantasy, natürlich grafisch und spieltechnisch etwas aufpoliert. Die Story ist schnell erzählt. Als *Name eingeben“ (nennen wir ihn der Einfachkeit halber Al), also als Al eines morgens aufwacht, macht ihn seine Schwester, hysterisch und hibbelig wie Sie ist, darauf aufmerksam, dass heute der Tag sei an dem er den Test antreten müsse um die Grenze vom Adoleszentendasein zum Erwachsenentum zu überschreiten. Unser junger Held macht sich also auf dem Weg zum König um sich der Aufgabe zu stellen, aber etwas Furchtbares ist passiert, was den Zum-Mann-werden-Rythus total in den Schatten stellt. Prinzessin *Namen eingeben*, nennen wir Peggy, Prinzessin Peggy wurde von einer bösen Hexe entführt und Al muss sich auf den Weg machen das holde Maid aus den Händen der alten, Flüche ausstossenden Schrumpeltasche zu befreien. Hilfe kriegt er dabei von zwei weiteren Begleitern, die ihr ebenfalls nach eurem Gutdünken taufen könnt. Als schliesslich die Prinzessin gefunden und die Hexe besiegt ist (wobei Sie vorher noch irgend etwas von einer Vereinbahrung und einem grausamen Fluch brabbelt), geschieht etwas Seltsames. Sämtliche Bewohner des Dorfes wurden versteinert und ein seltsamer sprechender Kristall erscheint den vier Helden. Dieser betitelt Sie als die Kinder des Lichts, welche die Welt wieder ins Gleichgewicht bringen werden.

Entgegen eurer naheliegenden Vermutung, versichere ich euch allerdings, dass Captain Planet während des gesamten Spiels kein einziges mal vorkommt. Obwohl sich die Story recht abgedroschen anhört und die vier Anfangscharaktere den gängigen Archetypen von RPG’s entsprechen (der Mutig Jüngling reinen Herzens, der arrogante aber gutherzige Rival, die schöne und versnobbte Prinzessin und das schüchterne aber irgendwie süsse Mädchen), entwickelt sich das Spiel aber zum totalen Suchtmittel.

Mithilfe der Kronen, die ihr im Spiel nach und nach erhaltet (zumeist durch das Ausschalten von Endgegnern), erhaltet ihr immer weitere verfügbare Klassen. Diese Reichen vom Barden, über den Dieb bis hin zum Weissmagier – insgesamt etwa 20. Ihr habt also jederzeit die Möglichkeit euer Team individuell zu gestalten um euren Monstervernichtungsfaktor zu maximieren. Stellenweise ist das auch bitter nötig, da ihr andernfalls keine Chance habt zu bestehen.

Optisch orientiert sich das Ganze an Spielen wie Animal Corssing oder Zelda: The Wind Waker. Die Pseudo-Cell-Shading Grafik passt aber wie die Faust aufs Auge. Während ihr malerische Gegenden auskundschaftet, werdet ihr von bedrohlichen Höllenhunden, Dämonenadlern und Elfen aus dem Hinterhalt angegriffen und wehrt diese mit eurer Gruppe, die ständig um neue Mitglieder ergänzt wird, ab. Der Sound ist, wie für DS-Verhältnisse zu erwarten ist, nicht spektakulär, erfüllt aber im Ausmass seiner Möglichkeiten durchaus seinen Zweck.

Unter dem Strich ist Final Fantasy: The 4 Heroes of Light ein durchwegs gutes Spiel mit hohem Unterhaltungsfaktor. Spieler, die sich mit der Knuddeloptik nicht so recht anfreunden wollen, aber auch Spieler die komplexe rundenbasierte Kämpfe mit viel Raum für individuelle Anpassung suchen, sind aber fehl am Platz. Für alle anderen ist das Spiel aber ohne jeden Zweifel ein Probespielen wert.

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MMO-Katastrophe: Final Fantasy XIV

5 10 2010

Final Fantasy ist eine Serie, die sich unter Videospielern, die schon länger dabei sind als es kabellose Controller gibt, grosser Beliebtheit erfreut. Durch das damals innovative Kampfsystem, die genialen Stories und die immer wieder äusserst eindrückliche Grafik, haben die Serie zu einem Klassiker gemacht. Nicht umsonst gehen Exemplare von FF VII und FF VIII z.T. für hunderte von Franken (Euro, Dublonen, Zenny, wasauchimmer) über die Theke.

Allerdings sind viele Fans der Ansicht, dass es mit dem neunten Teil der epischen Saga langsam bergab ging. Klar, die Spiele waren immer noch super und absolute Must-Haves für die jeweiligen Konsolen, aber das gewisse Etwas, dass die Vorgänger in den Kultstatus erhoben hatte, fehlte hier. Mit Final Fantasy XI wagten Square bzw. Square-Enix dann den nächsten grossen Schritt, ein auf Final Fantasy basierendes MMORPG. Mit World of Warcraft auf Thron war das für damalige Verhältnisse ein äusserst gewagtes Unterfangen. Vor allem finanziell gesehen sind MMORPGs (oder allgemein MMO-Videospiele) wie russisches Roulette. Die Entwicklungs- und Unterhaltungskosten für das Spiel sind enorm, ganz abgesehen davon, dass ständig neuer Content eingearbeitet werden muss. Kommt das Spiel gut bei seinen Käufern an, werden Sie es Monate oder sogar Jahre lang spielen und sich mit grösster Wahrscheinlichkeit auch sämtliche Add-Ons, vielleicht sogar Lösungsbücher und Merchandise davon besorgen – eine Cash Cow quasi. Sollte das Spiel jedoch floppen, gehen Abermillionen von Dollarn den Bach runter. Denn auch wenn das Spiel nur eine winzige Spielerbase hat, muss dennoch Geld für die Aufrechterhaltung der Server, allfällige Updates u.Ä. ausgegeben werden. Für ein „normalsterbliches“ Unternehmen eigentlich der Todesstoss. Wie bereits an anderer Stelle, verweise ich auch hier auf Extra Credits, die die Problematik mit MMORPG’s (im wahrsten Sinne des Ausdrucks) schön illustrieren.

Nun ist vor knapp drei Wochen ein weiterer WoW-Konkurrent ins Rennen gegangen, und zwar kein geringerer als Final Fantasy XIV. Als das Spiel vor rund anderthalb Jahren an Sonys E3 Konferenz angekündigt wurde, drehten die Fans durch. Das Spiel hatte sich seit April 2005 (bis zum offiziellen Releasedatum des Spiels also fünf Jahre lang!) in Arbeit befunden und der erste Trailer war schlicht atemberaubend.

Die Videospielgemeinde konnte es nicht erwarten das Spiel endlich endlich in die Hände zu kriegen und vor knapp drei Wochen war es dann auch soweit und die ersten Collectors Editions wurden ausgeliefert. Natürlich durfte ich mir das nicht durch die Lappen gehen lassen und installierte das Spiel gleich am Releasetag auf meinem heimischen Rechner, begierig darauf die abenteuerlichen Landschaften von Eorzea zu durchforschen, gewaltige Unwesen zu bekämpfen und natürlich gewaltigen Spass dabei zu haben. Zunächst war dafür die Schaffung eines individuellen Spielcharas notwendig. Da man aus fünf Rassen, diversen Unterarten und Disziplinen wählen kann, kann man darauf schon eine Stunde oder zwei verwenden. Eorzea dann endlich als Thaumaturge (so etwas wie ein Schwarzmagier) der Elezen zu betreten war dann gleichermassen berauschend. Die Grafik war schlicht umwerfend und die Welt riesig. Schnell war die erste Quest gefunden und ich zog aus die Welt von Ratten zu befreien, danach Fledermäusen und schlussendlich Dodos (jetzt wisst ihr warum sie ausgestorben sind). Das Ganze war zwar recht spassig, verlor aber schnell an Reiz. Insbesondere, da es nur so wenige Quests gab. Also was tun? Da es sicherlich nicht schaden konnte, den eigenen Kampflevel zu steigern, entschloss ich mich einige freilaufende Monster zu töten… was ebenfalls nicht allzu lange motivierte, da einige („sehr schwache“) Monster bereits zu stark waren um Sie allein zu besiegen. Also beschloss ich meine Ausrüstung durch den Erwerb einiger neuer Items aufzubessern – denkste! Shops u.Ä. sucht man in FF XIV vergeblich. Die wenigen, die vorhanden sind, verkaufen nur einige lächerliche Kampf- und Ausrüstungsutensilien – Sackgasse. Zwar gibt es die Möglichkeit jederzeit seine Klasse zu Schmied, Alchemist o.Ä. zu wechseln und diese Kunst weiter aufzustufen, aber das dauert. Insbesondere wenn man neue Rüstungsteile für sich schmieden und Tränke brauen möchte. Andere Spieler, die besagte Items verkaufen, findet man nur vereinzelt und diese verkaufen meistens Ware, die nur unwesentlich besser als die eigene ist; also scheidet auch diese Option aus. Was dem Spieler übrig bleibt, ist also mit einem Team durch die Welt zu schlurfen und hie und da ein Monster zu verprügeln um Erfahrungspunkte zu erhaschen. Auch das vermag den Spieldrang auf die Dauer nicht wirklich aufrecht zu erhalten. Kurz: In meinen Augen ist Final Fantasy XIV ein Flop.

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