Schneekugeln, Drogen und Aliens

7 01 2010

Steven King hat früher mal richtig gute Geschichten geschrieben bei denen Gänsehaut garantiert war. Seine letzten paar Veröffentlichungen waren jedoch in den Augen vieler eine herbe Enttäuschung. Als ich von einem Kollegen erfuhr, dass in Kings neuestem Werk, „Die Arena“, wieder richtig die Angstschweissdrüsen beansprucht würden, dachte ich mir, dass es wohl nicht schaden könne das Buch zu kaufen – weit gefehlt.


*MAJOR SPOILERS AHEAD*

„Die Arena“ beschreibt die Geschichte der Kleinstadt Chesters Mill über die sich eines Tages urplötzlich eine unsichtbare Kuppel legt. Im Augenblick ihres Erscheinens werden an den jeweiligen Wänden des Gebildes sämtliche Bau- und Körperschaften zweigeteilt, teils auf recht eklige und unansehnliche Weise.  Das dumme ist nun, dass so gut wie gar nichts durch die Trennwand zwischen Aussenwelt und Kleinstadt dringen kann. Kein Strom, kein Wasser, keine Luft, so gut wie gar nichts. Man nehme noch einen mordlüsternen Gebrauchtwagenhändler, der sich zum Diktator emporschwingt und die Dorfpolizei bald zur seiner eigenen Privatarmee erkürt und fertig ist der Grundstein für Kings Story. Der Plot ist zwar spannend, aber nicht wirklich packend. Wer auf Grusel- oder Panikmomente hofft, wird enttäuscht. Im Buch enthalten sind ledliglich eine Unzahl von Vergewaltigungsszenarien und besonders hässlichen Arten den Löffel abzugeben. Die dominierende Emotion die der Geschichte anhaftet ist daher wohl bestenfalls als Ekel zu bezeichnen.

Wer sich trotzdem durch die 1’300 Seiten kämpfen will um Schluss nur ein abstruses und lächerliches Ende vorzufinden, bitte. Aber sagt nicht ich hätte euch nicht gewarnt.





Shoppingtour des Schreckens!

6 01 2010

Mit Arbeit ist das ja so ne Sache. Einerseits verdient man Bares. Das Ganze hat aber einen Haken, man ist meistens so sehr mit Arbeiten beschäftigt, dass man nicht dazu kommt die errungenen Dublonen in den Grossstadtbasaren gegen exotische Waren auszutauschen. Manchmal, wenn auch ganz, ganz selten kommt aber eine Möglichkeit daher die glänzenden Scheibchen und bunten Papiere gegen richtig tolle Ware einzutauschen, zum Beispiel heute!

Vorab einige Worte der Erklärung, da ansonsten der restliche Beitrag des Blogs grösstenteils unverständlich bleiben könnte. H.P. Lovecraft war und ist eine der prägendsten Persönlichkeiten des Horrors in der Literatur. Seine Erfolge und seine Art zu schreiben lassen Autoren wie Dean Koontz oder Steven King wie lesefaule Sonntagsschüler aussehen. Waren seine Werke ihrer Zeit weit voraus und wurden oftmals als Schund verschmäht, bilden Sie heute (gemeinsam mit Werken E.A. Poe’s und Clive Barkers) die Krone des Horrorgenres. Moderner Horror unterscheidet sich massgeblich von seinem Vorgänger, vor allem hinsichtlich des Erzählstils und dem Horror als solchen, der heutzutage eher abstossend und grässlich statt furchteinflössend ist. Klassischer Horror zeichnet sich, zumindest meiner Ansicht nach, stark dadurch aus, dass das Gefühl der Angst und Entfremdung nicht mit dem Schliessen des Buches verloren geht. Es hinterlässt den Leser mit einer Art unergründlichem Unwohlsein. Soviel dazu.

Jedenfalls habe ich heute beim Buchhändler meiner Wahl während einer halben Stunde die Regale durchstöbert in der Hoffnung auf Bände Lovecrafts zu stossen. Nach mehreren erfolglosen Anläufen, gab ich schliesslich auf und nahm die wenigen Bücher, die ich gefunden hatte mit zur Kasse, fragte allerdings dort nochmal nach ob vielleicht doch irgend etwas geliefert worden war. Als mich der freundliche Verkäufer danach zu eben den Regalen brachte, die ich mir vorhin angesehen hatte, war ich zugegebenermassen etwas verdutzt. Was aber kein Vergleich dazu war, was passierte als er eine Reihe Bücher aus dem Regal nahm und dahinter gleich mehrere Bände Lovecrafts zum Vorschein kamen. Ich staunte nicht schlecht als ich mir die Veröffentlichungsdaten der Werke anschaute, von 1966 über 1979 bis hin zu aktuellen Veröffentlichungen war alles dabei was sich das Leserherz wünschen konnte. Um einige bunte Papierscheine erleichtert, verliess ich danach breit grinsend den Buchladen mit Lesestoff für die nächsten paar Wochen.